Drei Vorbotinnen des Frühlings

Bei den sogenannten Vorboten des Frühlings denken wir zuerst an Schneeglöckchen oder Winterlinge. Sie können ihre Blüten bereits mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Januar oder Februar zeigen.

Um diese Arten soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Ich möchte hier drei andere Vorbotinnen des Frühlings vorstellen.

Auch sie verkünden dass die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Wenn sie überhaupt geschlafen hat. Denn viele Pflanzen bereiten sich schon im Winter auf den Frühling vor. Sie zeigen erste Blätter, die ersten Samen keimen und bei manchen Arten sind bereits Blütenknospen zu sehen.

Keimlinge Samen im Januar
Keimblätter, keimende Samen, aufgenommen Ende Januar.

Eine relativ auffällige und im urbanen Raum recht häufig anzutreffende Vorbotin des Frühlings ist das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta). Die mit Rettich, Radieschen und Raps verwandte Pflanze wächst zumeist einjährig, ihre Hauptblütezeit dauert von Februar bis Mai. Als Kulturfolger kommt sie gut mit gestörten Standorten zurecht und kann auch auf Wegen, Treppen, Mauern sowie in Pflasterfugen überleben.

Für die Ausbreitung hilfreich ist ein Schleudermechanismus, dank dem das Schaumkraut seine Samen gut einen Meter weit verstreuen kann. Weshalb es vereinzelt auch Springkraut genannt wird.

Cardamine hirsuta Behaartes Schaumkraut
Behaartes Schaumkraut mit Blütenknospen im Januar.

Deutlich dezenter im Erscheinungsbild ist das mit dem Schaumkraut verwandte Frühlings-Hungerblümchen (Draba verna). Seine Blattrosetten sind aktuell nur ungefähr zwei bis vier Zentimeter breit. Es kommt im urbanen Raum häufig vor, wird aber aufgrund seiner Größe gerne übersehen.

Im blühenden Zustand ist Draba verna oft nur wenige Zentimeter hoch. Die Blütezeit dauert von Februar bis April. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch den Wind.

Hungerblümchen Draba verna
Blattrosetten des Frühlings-Hungerblümchens im Januar.

Nicht ganz so häufig zu sehen ist der Efeu-Ehrenpreis (Veronica hederifolia). Er wächst einjährig, seine Samen keimen im Herbst oder Winter. Blühen kann er von Februar bis Mai.

Der Efeu-Ehrenpreis besiedelt Wegränder, Gebüschsäume, Äcker und Gärten. Je nach Standort werden seine Triebe bis zu 30 Zentimeter lang.

Efeu Ehrenpreis Blütenknospen
Blütenknospen des Efeu-Ehrenpreis im Januar.

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