Dieser Text und auch einige Bilder stammen aus meinem Youtube-Video: Invasiver marmorierter Stinker!.
Die Stinkwanze oder Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) ist im Herbst häufig auf Hauswänden anzutreffen denn sie überwintert gerne warm und geschützt.
In fetten Wanzenjahren können das viele Tiere sein, von denen auch immer einige den Weg in die Wohnung finden.
Was vor allem nachts spooky sein kann, wenn sie dort Erkundungsflüge durch das Schlafzimmer starten und dabei lautstark gegen ein Fenster fliegen.

Wie auch die verwandte Grüne Reiswanze, ist die Stinkwanze bei uns ein Neozon, also eine eingeschleppte Art. Sie stammt ursprünglich aus Ostasien.
Sie kann zu ihrer Verteidigung ein übelriechendes Wehrsekret absondern.
Was sie nach meinen Beobachtungen aber nicht macht, wenn sie vorsichtig mit einem Glas eingefangen wird, um sie aus der Wohnung zu befördern.

Die Stinkwanze wirkt auf mich insgesamt sehr selbstsicher, wie auch die Grüne Reiswanze oder die Beerenwanze. Im Gegensatz zu anderen Insekten, die sofort die Flucht ergreifen, wenn man sich ihnen nähert, lassen sie sich furchtlos filmen und fotografieren. Was vermutlich daran liegt, dass sie auf ihren üblen Geschmack vertrauen können und nur selten angegriffen werden.
Von der heimischen Beerenwanze lässt sich die Stinkwanze durch die Färbung der Fühler unterscheiden. Zudem sind die Nymphen der Beerenwanze behaart.

Wenn sie nicht auf Zäunen oder Mauern herumkrabbelt oder sitzt, saugt die Stinkwanze bevorzugt an den Früchten aber auch an den Trieben von Pflanzen. Macht sie das bei Obst und Gemüse, kann sie dadurch enorme Schäden anrichten.
Außerdem ist das zur Familie der Baumwanzen gehörende Insekt recht vermehrungsfreudig und kann auch bei uns zwei Generationen pro Jahr hervorbringen. In wärmeren Regionen vermehrt es sich sogar ganzjährig.




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Graphosoma italicum (Streifenwanze)
Nezara viridula (Grüne Reiswanze)