Dieser Text und auch einige Bilder stammen aus meinem Youtube-Video: Invasiver grüner Stinker!.
Warum die Grüne Reiswanze auch ohne Reis überleben kann und auf welchen Pflanzen sie zu finden ist.
Sie wirkt auf den ersten Blick wie ein putziges grünes Käferlein, kann aber, wenn sie in Massen auftritt, beträchtliche Schäden an Nutzpflanzen anrichten: Die Grüne Reiswanze oder Südliche Stinkwanze (Nezara viridula).
Mit den Käfern ist sie nicht verwandt, Nezara viridula zählt zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae).

Ihr angeblich übel riechendes Wehrsekret sondert sie nach meiner Vermutung nur bei extremster Gefahr ab. Riechen durfte ich es zum Glück noch nie. Und ich habe den grünen Krabbler schon viele Male fotografiert, gefilmt oder aus meiner Wohnung bugsiert.
Das mit dem Reis ist bei dieser Wanze so eine Sache. Sie ist nämlich nicht auf das Getreide spezialisiert und saugt an sehr vielen weiteren Pflanzenarten. Sodass sie sich auch in Gegenden ohne Reisanbau fröhlich ausbreiten kann.

Die Grüne Reiswanze ist erst seit einigen Jahrzehnten bei uns heimisch, sie stammt vermutlich aus Äthiopien. Hier in der Rhein-Neckar-Region und im Burgund in Frankreich, wo einige der Aufnahmen für das Video entstanden sind, ist sie häufig anzutreffen.
Von der Grünen Stinkwanze lässt sie sich durch die weißen Punkte auf dem Schild und die hellen Flügelmembrane unterscheiden.
Auch das mit der Farbe ist bei der Grünen Reiswanze so eine Sache. Neben der grünen gibt es nämlich auch gelb, rot oder orange gefärbte Formen. Die hier in der Region nur selten bis nicht vorkommen, sonst könnte ich Bildmaterial dazu zeigen.

Die Nymphen durchlaufen mehrere Farbstadien von schwarz bis zu grün. Kompletiert wird der Farbreigen durch die Herbstfärbung, erwachsene Wanzen können sich dann braun färben.
In der Zoologie werden die Jungstadien von Insekten, die den erwachsenen Tieren bereits ähnlich sehen, als Nymphen bezeichnet.

Die Reiswanze und ihre Nymphen fressen die Wirtspflanzen nicht auf, sondern stechen sie an, um deren Pflanzensaft auszusaugen. Das machen viele Arten aus der Baumwanzenfamilie so.
Durch das Anstechen sollen die Wanzen Krankheiten übertragen können.
Wer die Grüne Reiswanze live erleben möchte, muss sich nach dem Schwarzen Nachtschatten umschauen. Gerne saugt sie an seinen unreifen Beeren. Dass sie giftig sein können, scheint ihr nicht zu schaden.

Ebenfalls häufig zu finden ist sie auf Amarant und anderen Fuchsschwanzgewächsen.














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Halyomorpha halys (Marmorierte Baumwanze)
Graphosoma italicum (Streifenwanze)