Dieser Text und auch einige Bilder stammen aus meinem Youtube-Video zur Großen Brennnessel.

Die Große Brennnessel (Urtica dioica) gehört zu den bekanntesten heimischen Wildpflanzen und ist für uns Menschen erstaunlich vielseitig nutzbar.
Junge Blätter können als Suppe oder gedünstetes Gemüse gegessen werden.
Dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wird sie auch als Heilpflanze geschätzt.
In Kosmetikprodukten wie Shampoos oder Cremes findet die Große Brennnessel ebenfalls Verwendung.

Selbst im Biogarten ist sie nützlich: Sie lässt sich zur Pflanzenstärkung und als Dünger verwenden. Zum Schneckenschutz taugt sie leider nur bedingt bis nicht. Die schleimigen Kriecher lassen sich von den Brennhaaren nicht abschrecken.

Viele wirbellose Tiere nutzen die Große Brennnessel als Lebensraum oder Nahrung.
Sie dient den Raupen mancher Schmetterlinge als Wirtspflanze, was ich hier gerne ausführlicher gezeigt hätte. Im urbanen Raum, wo ich meist fotografiere und filme, lässt sich das aber nur selten beobachten.

Wenn Spinnen auf einer Pflanze leben, muss das einen Grund haben, dann gibt es dort etwas zu erbeuten. Häufig konnte ich die Listspinne auf Brennnesseln beobachten.

Spinnen sind aber nicht die einzigen Raubtiere, die das Brennnesselgewächs besiedeln. Der Vierzehnpunkt-Marienkäfer sucht zwischen den Blättern nach Blattläusen.

Was die Große Brennnessel so erfolgreich macht, ist ihre Anpassungsfähigkeit. Sie kommt mit vielen Biotopen zurecht, solange der Boden halbwegs feucht und nährstoffreich ist.
Gerne wächst sie auch auf Baumstümpfen oder vermodernden Baumstämmen, genau dort gefällt sie mir am besten. Ich mag den Charme des Vergehenden, aus dem sich neues Leben entwickelt.

Leicht zu verwechseln mit der Großen Brennnessel ist die Weiße Taubnessel. Die beiden Arten können sogar gemeinsam vorkommen. Sie lassen sich jedoch an ihren Blüten unterscheiden. Und wie es der Name Taubnessel andeutet, fehlen bei Lamium album die Brennhaare.

Die Große Brennnessel ist Nahrungsquelle, Kinderstube, Jagdrevier und Heilpflanze zugleich. Wo sie wächst, kann auch anderes Leben gedeihen. Viele unserer sogenannten Unkräuter sind wichtig für ihr Ökosystem. Es kann sich lohnen, genauer hinzusehen, was da am Wegrand oder Straßenrand so unscheinbar vor sich hinwächst.

Merkmale: Pflanzen- & Botanik-FAQ |

Boehmeria japonica
Pilea cadierei
Pilea peperomioides
Urtica urens
Pellionia repens
Parietaria judaica
Urtica dioica
Pilea depressa
Lamium album vs. Urtica dioica
Brennnesselgewächs ohne Brennhaare
Urtica dioica vs. Urtica urens
Soleirolia soleirolii