Dieser Text und auch einige Bilder stammen aus meinem gleichnamigen Youtube-Video.

Um einen oder mehrere Winter zu überstehen, haben Pflanzen im Laufe ihrer Evolution verschiedene Strategien entwickelt, abhängig von der jeweiligen Art und den Lebensräumen, an die sie sich anpassen mussten.
Recht einfach machen es sich die einjährigen sommergrünen Arten. Sie sterben nach der Reife ihrer Samen ab, müssen also keinen Winter überstehen. Das übernimmt ihr Saatgut für sie. Es überdauert auf oder im Boden um im nächsten Frühjahr oder Sommer zu keimen.
So verhalten sich übrigens nicht nur heimische Pflanzen, auch die Samen von aus wärmeren Regionen stammenden Neophyten überstehen unsere Winter keimfähig.

Einjährige Pflanzen können auch wintergrün sein und vom Herbst bis in das Frühjahr wachsen. Wie das Vogelmiere, Garten-Wolfsmilch und der als Salat beliebte Winter-Portulak machen.
Oder sie bringen zwei Generationen pro Jahr hervor, wie die Kleine Brennnessel. Die in meinem Kiez auch im Januar blühend zu sehen sein kann.

Mehr anstrengen als die sommergrünen einjährigen müssen sich die zweijährigen Arten. Sie zeigen nach der Keimung oft nur einige Grundblätter und überwintern in diesem Zustand. Erst im Folgejahr erscheinen die Blütentriebe. Wie auch die einjährigen Pflanzen sterben sie nach der Samenreife ab.

Bei vielen mehrjährigen Pflanzen dauert die für uns sichtbare Vegetationsperiode vom Frühjahr bis in den Herbst. Vor dem Winter entziehen sie ihren oberirdisch wachsenden Pflanzenteilen Wasser und Nährstoffe, sodass sie vertrocknen und absterben. Diese Stauden überdauern den Winter im Wurzelstock oder in einem Rhizom.
Einige Stauden behalten im Winter ihre Grundblätter oder verlieren ihr Laub erst im Frühjahr, wenn es durch neues Grün ersetzt wird.

Am schwierigsten dürfte das Überwintern für immergrüne Pflanzen sein, dazu zählen neben den Nadelgehölzen auch der invasive Kirschlorbeer und der heimische Efeu. Ihre Blätter und Triebe können Opfer von Kahlfrösten werden.
Kahlfrost ist starker Frost ohne schützende Schneedecke. An sonnigen Tagen tauen die Blätter auf und versuchen Wasser aus den gefrorenen Wurzeln zu beziehen, was für die betroffene Pflanze lebensbedrohend enden kann.

Erledigt hat sich das Überwintern für Pflanzen, die das Pech haben, unseren Bräuchen zum Opfer zu fallen.

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