Warum der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) weder eine Schmetterlingspflanze noch ein echter Flieder ist.
Dass die Blüten des sogenannten Schmetterlingsflieders regelmäßig von Schmetterlingen besucht werden, macht den ursprünglich aus Tibet und China stammenden Strauch noch nicht zu einer Schmetterlingspflanze.
Den meisten Raupen der Schmetterlinge Europas und Nordamerikas hat er nämlich wenig bis nichts zu bieten. Dort, wo Buddleja davidii invasiv auftritt, kann er sogar ihre angestammten Futterpflanzen verdrängen.
Und das invasive Auftreten fällt ihm leider sehr leicht.

Bei vielen Tagfaltern dauert die Raupenphase übrigens länger als das Leben des erwachsenen Schmetterlings. Und die Raupen haben auch einen deutlich höheren Nahrungsbedarf als die adulten Tiere.
Erschwerend kommt hinzu, dass einige Schmetterlinge auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert sind. Ihre Raupen können ohne diese Gewächse nicht überleben. Eine neue Futterpflanze lässt sich nicht kurz mal eben lernen.
Am Schmetterlingsflieder kann ich gut erklären, wie irreführend Trivialnamen manchmal sein können.

Denn Buddleja davidii ist weder ein echter Flieder noch eine Schmetterlingspflanze im ökologischen Sinn. Er gehört nicht zu den Ölbaumgewächsen wie die echten Fliederarten, sondern zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae).
Verwandt ist er unter anderem mit den Königskerzen. Mindestens fünf Arten kommen bei uns vor und ihre Blätter dienen einigen Schmetterlingsraupen als Nahrung.

Was der sogenannte Schmetterlingsflieder und der Echte Flieder aber gemein haben ist: Beide Arten stehen auf der Schwarzen Liste invasiver Gefäßpflanzenarten in Deutschland.

Merkmale: Pflanzen- & Botanik-FAQ | Bäume & Sträucher |

Buddleja alternifolia
Verbascum nigrum
Verbascum phoeniceum
Chaenostoma cordatum
Nemesia cv.
Diascia sp.
Nemesia cv.
Verbascum lychnitis
Königskerze (Schwarze)
Melampyrum pratense
Verbascum thapsus
Verbascum thapsus